Regelungen Normen für Schutzhandschuhe

Regelungen, Normen und CE-Kennzeichnung

Wenn nach Prüfung befunden wird, dass ein Schutzhandschuh die Sicherheitsanforderungen erfüllt und in einem EU-Mitgliedsstaat mit dem CE-Kennzeichen versehen wird, ist dieser Handschuh für den Export und Vertrieb in der gesamten EU-Zone zugelassen. Um die Anforderungen zu erfüllen, hat der Hersteller eine Vielzahl an EN-Normen einzuhalten. Eine EN-Norm definiert unter anderem die Anforderungen sowie Prüfverfahren und Rahmenbedingungen, wie ein Produkt neben dem CE-Kennzeichen zu kennzeichnen ist, und legt darüber hinaus fest, was in der Gebrauchsanweisung des Herstellers enthalten sein muss.

ERLÄUTERUNG DER RISIKOKATEGORIEN
In der EU-Richtlinie Nr. 89/66/EWG wird persönliche Schutzausrüstung in Abhängigkeit des einhergehenden Risikos in drei Kategorien eingeteilt. Je größer das Risiko, dem der Nutzer ausgesetzt ist, desto anspruchsvoller sind die Prüfanforderungen in Bezug auf die Schutzfähigkeiten und Zertifizierungen des Handschuhs. Da die Regelungen der EU-Richtlinie in allgemeine Begriffe eingebettet sind, wurden die Europäischen Normen entwickelt, um Anforderungen, Prüfverfahren und Kennzeichnungsanweisungen zu spezifizieren. Eine dieser Normen ist die EN 420, in der allgemeine Anforderungen für Schutzhandschuhe aufgeführt sind.

KATEGORIE 1 / EINFACHE KONSTRUKTION
In dieser Klasse sind Handschuhe zusammengefasst, die für Arbeiten mit geringeren Risiken, deren Wirkung der Benutzer rechtzeitig und ohne Gefahr wahrnehmen kann, genutzt werden. Dies schließt beispielsweise Handschuhe mit weniger strengen Anforderungen in Bezug auf die mechanische Beständigkeit und Handschuhe, die zum Schutz gegen heiße Oberflächen erforderlich sind, ein. Handschuhe eines einfacheren Typs, wie z. B. Handschuhe für Garten- oder Montagearbeiten, fallen in diese Kategorie. Der Hersteller muss nachweisen können, dass das Produkt die grunglegenden Anforderungen für Schutzhandschuhe (entsprechend EN 420) erfüllt und ist verpflichtet, das CE-Kennzeichen zu garantieren. Dies trifft für sämtliche Schutzhandschuhe zu.

KATEGORIE 2 / MITTLERE KONSTRUKTION
Viele Schutzhandschuhe, wie beispielsweise Handschuhe, zu deren Anforderungen eine mechanische Festigkeit zum Schutz gegen z. B. Klingenschnitte gehört, fallen in diese Kategorie. Wenn Handschuhe mit dem CE-Kennzeichen versehen werden sollen, muss der Hersteller nachweisen können, dass das Produkt einerseits die grundlegenden Anforderungen und andererseits Anforderungen erfüllt, die für bestimmte Anwendungsbereiche, wie beispielsweise bei Schutzhandschuhen für Schweißer, anwendbar sein könnten. Die Handschuhe müssen durch ein zertifiziertes Labor geprüft werden und eine Typenzulassung einer notifizierten Stelle, die zur Ausstellung von Zertifizierungen berechtigt ist, aufweisen. Handschuhe aus der Kategorie 2 müssen mit einem Piktogramm, z. B. einem Symbol, aus dem ersichtlich ist, gegen welche Gefahren der Handschuh geprüft und welche Leistungsstufe erreicht worden ist, gekennzeichnet werden. Wenn der Handschuh zum Schutz gegen mechanische Risiken (entsprechend EN 388) verwendet werden soll, wird ein vierstelliger Code neben oder unter dem Piktogramm aufgeführt. Diese Ziffernfolge beschreibt die Leistungsstufe bei der Abrieb-, Schnitt-, Weiterreiß- und Durchstichprüfung.

KATEGORIE 3 / KOMPLEXE KONSTRUKTION
Diese Handschuhe bieten beispielsweise Schutz gegen hochgradig gefährliche Substanzen. Die Anforderung an diese Hanschuhe ist der Schutz gegen irreparable Schäden in Situationen, in denen es für den Nutzer schwierig sein kann, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise Handschuhe, die gegen Hitze (über +100°C) und extreme Kälte (unter -50°C) schützen und die zur Handhabung der meisten Chemikalien verwendet werden. Die Handschuhe müssen durch ein zertifiziertes Labor geprüft werden und eine Typenzulassung einer notifizierten Stelle aufweisen. Eine weitere Anforderung ist die jährliche Inspektion des Produktionsprozesses sowie die gründliche Prüfung der Handschuhe zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Qualität. Erst nachdem diese Prozesse erfolgreich abgeschlossen sind, können die Handschuhe mit dem CE-Kennzeichen versehen werden. Der Identitätscode der notifizierten Stelle (vierstellig) ist unmittelbar nach dem CE-Kennzeichen anzugeben, z. B. CE 0123.

SCHUTZHANDSCHUHE - ALLGEMEINE ANFORDERRUNGEN UND PRÜFVERFAHREN (EN 420)

Zusammenfassung der Anforderungen
  • Die Handschuhe müssen so gefertigt sein, dass sie den zweckmäßigen Schutzgrad bieten.
  • Die Nähte und Ecken dürfen keine Verletzungsgefahren für den Nutzer darstellen.
  • Die Handschuhe müssen einfach und leicht an- und abzulegen sein.
  • Das Material muss für den Nutzer ungefährlich sein.
  • Der pH-Wert der Handschuhe hat in einem Bereich zwischen 3,5 und 9,5 zu liegen.
  • Der Gehalt an Chrom(VI) hat in Lederhandschuhen unter dem Wert von 3 mg/kg liegen.
  • Der Hersteller ist verpflichtet, im Handschuh verwendete Stoffe, die Allergien hervorrufen, anzugeben.
  • Die Schutzqualität des Handschuhs darf durch die entsprechend den Anweisungen durchgeführte Reinigung nicht beeinträchtigt werden.
  • Die Handschuhe müssen unter Berücksichtigung des erforderlichen Schutzes eine maximale Fingerbeweglichkeit (Fingerfertigkeit) ermöglichen
Es ist sehr wichtig, die richtige Handschuhgröße zu wählen. Der Gebrauch von zu großen Handschuhen kann zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Die Grundlage für das Größensystem ist die Handgröße, d. h. Umfang und Länge. In der Norm sind darüber hinaus auch Anforderungen zum Wasserdurchgangswiderstand spezifiziert, der im Bedarfsfall zu messen ist. Bei Antistatik-Handschuhen sind gesonderte Regeln anwendbar.

KENNZEICHNUNGSANFORDERUNGEN

Jeder Handschuh hat folgende Angaben zu enthalten:
  • Name des Herstellers.
  • Bezeichnung, z. B. TEGERA® 9232.
  • Größe.
  • CE-Kennzeichen.
Handschuhe der Kategorie 2 und 3 müssen darüber hinaus folgende Kennzeichnungen aufweisen:
  • Piktogramm mit dem Risikotyp, für den der Handschuh geprüft worden ist. 
  • Leistungsstufe und Bezug zur anwendbaren EN-Norm, z. B. 388, anzugeben neben dem Piktogramm
  • Vierstelliger Code nach dem CE-Kennzeichen (betrifft ausschließlich Schutzhandschuhe der Kategorie 3 - hohes Risiko)
HANDSCHUTZ VOR MECHANISCHEN RISIKEN (EN 388)
Nach den Prüfungen wird dem Handschuh eine Leistungsstufe für jedes aufgeführte mechanische Risiko attestiert. Die Einstufung erfolgt auf einer Skala von 1-5. Die höchste Einstufung ist 4 oder 5. Der Handschuh wird mit den Einstufungswerten der Prüfungen gekennzeichnet und der nummerische Code neben dem Piktogramm angegeben. Die Fähigkeit des Handschuhs, gegen mechanische Risiken verschiedener Art zu schützen, wird folgendermaßen geprüft:

A. Abriebsfestigkeit
Das Material des Handschuhs wird mit Sandpapier unter Druck abgerieben. Dabei wird die Anzahl der Durchläufe bis zur Entstehung eines Loches gemessen. Die höchste Leistungsstufe 4 ist mit 8000 Durchläufen gleichzusetzen.

B. Schnittfestigkeit
In diesem Fall beinhaltet die Prüfung das Messen der Anzahl der benötigten Durchläufe, um mit einem sich in konstanter Geschwindigkeit drehenden Rundmesser durch den Handschuh zu schneiden. Das Ergebnis wird mit einem Referenzmaterial verglichen und eine Indexzahl gebildet. Die höchste Leistungsstufe 5 ist mit einem Index von 20 gleichzusetzen.

C. Reißfestigkeit
Das Handschuhmaterial wird angeschnitten. Danach wird die zum Zerreißen des Materials benötigte Kraft gemessen. Die höchste Leistungsstufe 4 ist mit einer Kraft von 75 N gleichzusetzen.

D. Stichfestigkeit
Bei dieser Prüfung wird die Kraft gemessen, die zum Durchstechen des Handschuhs mit einer standartmäßig dimensionierten Spitze bei einer gegebenen Geschwindigkeit (10 cm/min) benötigt wird. In diesem Fall ist die höchste Leistungsstufe 4 mit einer Kraft von 150 N gleichzusetzen.

Berufsbekleidung Schröter
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